Volksgruppen ORF.at Kroaten & Ungarn
wetter.ORF.at
Di | 26.11.2013
Horn Gyula
Sólyom lehnt Auszeichnung für Horn ab
Der ungarische Staatspräsident László Sólyom hat eine staatliche Auszeichnung für Ex-Außenminister und Ex-Premier Gyula Horn abgelehnt. Sólyom begründete dies mit Horns "Aktivitäten" während des Ungarn-Aufstandes 1956.
Der sozialistische Premierminister Ferenc Gyurcsány hatte Horn für die Auszeichnung mit dem Großen Verdienstkreuz der Republik vorgeschlagen.
Horns Ansichten mit Verfassung unvereinbar
Laut Sólyom sind die auch heute noch durch Horn vertretenen Ansichten über "seine Rolle bei der Revolution von 1956 und damit seine Ansichten über die Revolution selbst unvereinbar mit der Wertordnung der Verfassung der Republik Ungarn".

Das Verfassungsgericht hatte gestern auf Ansuchen von Sólyom entschieden, der Staatschef habe das "wahre und substanzielle Entscheidungsrecht", im Falle von "der verfassungsmäßigen Wertordnung widersprechenden Auszeichnungen", die Vorlage nicht zu unterzeichnen und die Verleihung abzulehnen.
Horn machte "Jagd auf Revolutionäre"
Horn hatte 1956 als 24-jähriger einer kommunistischen Sonder-Milizeinheit angehört, die zur Jagd auf Revolutionäre eingesetzt wurde. In einem Interview mit der deutschen Tageszeitung "Die Welt" hatte Horn erklärt, er habe damals "die gesetzliche Ordnung verteidigt."

In den späten 1980er Jahren gehörte er dem Reformflügel der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei (MSZMP) an und trug maßgeblich zur friedlichen Wende bei.
Auszeichnung zum 75er geplant
In Österreich wurde Horn dadurch bekannt, dass er am 27. Juni 1989 gemeinsam mit seinem damaligen Amtskollegen Alois Mock (V) den "Eisernen Vorhang" an der österreichisch-ungarischen Grenze durchschnitt.

Anlässlich seines morgigen 75.Geburtstags sollte Gyula Horna für seine Verdienste als Außenminister (1889-1990) und Premier (1994-1998) geehrt werden.