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Di | 26.11.2013
"Fachkräftemangel - Qualifizierte Migranten gesucht" Firmen vor großer Herausforderung
83 Prozent der Unternehmen haben Probleme qualifiziertes Personal zu finden, sagte Margit Kreuzhuber von der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) gestern bei einer Podiumsdiskussion.
Mangel gebe es an Diplomingenieuren und Fachkräften in den Bereichen Metall, Bau, Baunebengewerbe und Tourismus, führte Margit Kreuzhuber (WKÖ) bei der Diskussion zum Thema "Fachkräftemangel - Qualifizierte Migranten gesucht" weiter aus.
Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel Bessere Bezahlung statt Migration
Einen Personalmangel könne es gar nicht geben, meinte hingegen Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel. Das Defizit könne durch bessere Bezahlung gelöst werden. Wenn gute Angebote vorhanden seien, würden sich auch Leute melden, die über die entsprechende Qualifikationen verfügen. Auch bei den Frauen könnte das Potenzial ausgeschöpft werden. Dazu müsse aber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben sein. In Ländern, in denen es eine qualifizierte Kinderbetreuung gibt, seien die Frauen auch stärker am Arbeitsmarkt vertreten, so Tumpel.
Migrationsexperte
Rainer Münz
Den Lohn steigern
Eine ähnliche Ansicht wie Tumpel vertrat auch der Leiter der Forschungsabteilung der Erste-Bank-Gruppe und Migrationsexperte Rainer Münz. Der Mangel könnte gelöst werden, indem die Arbeitsbedingungen verändert und der Lohn gesteigert würden, so Münz. Der Fachmann räumte ein, dass dies aber oft an der Finanzierung scheitert.
Innenministerium-Sektionschef Matthias Vogl "Blue Card"
Wenn neue MigrantInnen nach Österreich geholt würden, müsse überlegt werden, nach welchen Kriterien vorgegangen werde, appellierte Innenministerium-Sektionschef Matthias Vogl. Die "Blue Card", die von der EU nach dem Vorbild der amerikanischen "Green Card" geschaffen wurde, stelle hierbei ein einheitliches Instrument auf europäischer Ebene dar, so Vogl.
Münz lehnt "Blue Card" ab
Die "Blue Card", mit der Fachkräfte aus den Drittstaaten in der EU arbeiten dürfen, stieß bei Münz auf Kritik. Es dürfe nicht übersehen werden, dass diese Cards nicht so attraktiv seien, wie die "Green Card" in den USA. Es könnte so der Effekt entstehen, dass in der EU lediglich die Leute bleiben, die nicht nach Übersee auswandern konnten.