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Di | 26.11.2013
Dičje sveučilišće.(slika:ORF)
Vorurteile beinflussen Testergebnisse
Vorurteile können die Leistungsfähigkeit bei schulischen oder universitären Tests stark negativ beeinflussen. Die Annahme etwa, dass Mathematik Männersache ist, kann ein in diesem Fach talentiertes und interessiertes Mädchen bei einem Test dermaßen unter Druck setzen, dass seine Leistung schlechter ausfällt, als sie sein könnte.
"Zu einer Gruppe zu gehören, die laut negativem Vorurteil weniger begabt ist, während man sich selbst als kompetent einschätzt, bedeutet Stress", erklärte Markus Appel vom Institut für Pädagogik und Psychologie der Universität Linz über er die "Stereotype-Threat-Theorie", die auch Thema seines Vortrags Montagabend an der Uni Wien ist.
Bedrohung durch negative Stereotype
Der "Stereotype Threat" beschreibt demnach das Gefühl der Bedrohung durch negative Stereotype, also durch Zuschreibungen von meist negativen Eigenschaften und Verhaltensweisen gegenüber einer Gruppe, beispielsweise Frauen oder Personen mit Migrationshintergrund. Das tritt in Situationen auf, in der eine Person befürchtet, auf Basis von negativen Vorurteilen beurteilt zu werden oder durch ihr eigenes Verhalten diese Stereotype zu bestätigen.
Einfluss auf Testleistung bewiesen
Erforscht wird "Stereotype Threat" mit Hilfe sozialwissenschaftlicher Experimente, bei denen beispielsweise zwei Gruppen an demselben Leistungstest arbeiten, dabei aber unterschiedliche Vorinformationen erhalten. In jener Gruppe, der im Vorfeld gesagt wird, dass in dem Test Mädchen typischerweise schlechter abschneiden als Buben, zeigen sich danach deutlichere Geschlechterunterschiede zugunsten der Buben.
Ethnizität und Geschlecht hintenanstellen
Führende Wissenschafter in den USA fordern die Angabe des Geschlechts oder des ethnischen Hintergrunds bei Tests hintanzustellen, da dadurch möglicherweise eine größere Chancengleichheit hergestellt werden kann. Vorurteile zu bekämpfen ist dennoch naturgemäß schwierig.